Von Krise keine Spur: Zehn Jahre gibt es macle jetzt schon –“ inzwischen mit 31 Angestellten und geplantem Erweiterungsbau

GOCH. Die Freiheit ist sein großesLos. Sie macht möglich, dass beide Bananen eine Rolle spielen –“ die fast noch grüne und die viel reifere gelbe. Andreas De Matteis hat sich nie für eine entscheiden müssen, stattdessen immer beide verkauft. „Unser Geschäftsmodell hat sich bezahlt gemacht–, sagt AndreasDeMatteis, Inhaber der in Goch ansässigen macle GmbH, „die Zahlen sind phänomenal –“ von der Krise ist bei uns nichts zu spüren.– Als Gründe dafür kann sich der in der weltweiten ITBranche bekannte Geschäftsmannverschiedene Dinge vorstellen. Allen voran aber die Freiheit, sprich: Hersteller- Unabhängigkeit. Und die verschiedenen Standbeine, auf Ein Alibi.

Denn: Die Bananen sind bloß ein Marketing-Alibi. Sie weisen in einer Broschüre auf das macle-Prinzip hin –“ stellvertretend für neuen IT-Produkte in Form der frischen Banane neben gebrauchter, „End-of-Life–-Ware als reife Frucht. Alles, was auf dem Markt der Wiederverkäufer zwischen Festplatten, Servern und Druckern benötigt wird, hat macle. Ähnlich dem Prinzip eines freien Autohändlers kauft Andreas De Matteis und sein inzwischen 32-köpfiges TeamProdukte dort ein,wo sie günstig zu erwerben sind –“ weltweit –“ und stellen sie für Großabnehmer bereit. Weniger in der Region, als vielmehr in ganz Deutschland, Spanien und Frankreich beispielsweise, vertreibt macle IBM-, Lexmark-, HP- und Lenovo-Technik. Zu macles Kunden zählen Wiederverkäufer, IT-Firmen, die neue und von den Herstellern aus dem Sortiment genommene Produkte an den Mann oder die Frau bringen. Ferner gehören Lagerung und Vertrieb klassischer Ersatzteile sowie technischer Service aus dem Hause zum Portfolio. „Dadurch, dass wir nicht von einem Hersteller abhängig sind, können wir viele Teile günstiger anbieten als andere–, so De Matteis. Er glaubt, dass sein Unternehmen durch die guten Konditionen möglicherweise sogar von den wirtschaftlich schlechten Zeiten profitiert. Darüber hinaus sei es innerhalb der Branche ein Alleinstellungsmerkmal, neue Produkte und zusätzlich Gebrauchtes anzubieten. Zudem gibt–™s einen Kurz- und Langzeitmietservice von beispielsweise Servern für Unternehmen.

Dramatischer Beginn

Lösungsorientiertes Denken, nämlich sich zu fragen, was der Fachhandel gebrauchen kann, sowie ein gutes Miteinander im Betrieb haben macle weit gebracht. Schließlich war 1999, vier Monate nach der Firmengründung von George Clevers und Andreas De Matteis, ein dramatisches Ereignis über den heute 37- jährigen Geschäftsführer herein gebrochen. Denn Clevers verstarb damals urplötzlich –“ so, dass der Jungunternehmer den Sprung ins kalte Wasser alleine wagen musste. Eine beeindruckende Karriere legte der mutige Gocher hin: Nach seiner mittleren Reife absolvierte er zunächst eine Ausbildung im Foto-Geschäft, später war er im IBM-Vertrieb unterwegs –“ und dann kam macle.

„Learning by Doing–, wie er rückblickend sagt. Und das Projekt wuchs und wuchs. Gegründet in Weeze ging–™s 2004 nach Goch. Das 400- Quadratmeter große Lager war zwei Jahre später schon zu klein. Seit Anfang 2008 lagern neue und gebrauchte Produkte zudem in einer neuen, 800 Quadratmeter großen Halle. Den siebten Ausbildungsvertrag hat De Matteis inzwischen unterschrieben, die Erweiterung des BürogebaÃ…Nudes auf dem 9000 Quadratmeter großen Grundstück folgt. Bei alledem ist der 37-Jährige auf dem Boden geblieben: „Wir sind immer nur so gewachsen, wie es notwendig war. Wir haben nicht erst die Mitarbeiter eingestellt, sondern nur, wenn es anders nicht mehr zu schaffen war.– Gut so.