Beim siebten Unternehmerpreis in der ausverkauften Stadthalle erklärte der Juryvorsitzende Leo Verhoef erstmals die Kriterien für eine Auszeichnung. Für die Unterhaltung sorgten ein kleiner Hund und ein Unternehmenscoach.

KLEVE. Wer trotz der siebten Auflage noch Fragen zur Bedeutung des Unternehmerpreises hatte, durfte sich in der Klever Stadthalle zwei Zahlen zu Gemüte führen: drei und einhundertsiebzig. Denn wie immer waren es drei Betriebe, die auf der Bühne den Wirtschafts-Oscar erhielten (wir berichteten gestern). Doch diesmal waren es drei, die in den Städten Kleve, Goch und Emmerich insgesamt mehr als 170 Menschen in Lohn und Brot stellen. Also genau jener Mittelstand, der in politischen Diskussionen parteiübergreifend als „das Rückgrat der Wirtschaft“ bezeichnet wird.

Und so nahmen die Arbeitgeber die Stele entgegen, als Zeichen für ihren wirtschaftlichen Erfolg, als Belohnung für ihre unternehmerische Leistung und als Auszeichnung für ihre Risikobereitschaft. Der eigentliche Preis jedoch, und daraus machte keiner der Gewinner einen Hehl, war der abschließende Applaus der eigenen Mitarbeiter.

Zu Beginn des Abends hatte der Jury-Vorsitzende Leo Verhoef aus Expertensicht zu erklären versucht, was einen Unternehmerpreisgewinner ausmacht. Vier Kriterien seien es, so der Professor, die den Ausschlag für eine Nominierung gäben. „Kostenführerschaft“, „Produktführerschaft“, eine enge Beziehung zu den Kunden, „und zwar so eng, dass er fast gar nicht umhin kommt die eigenen Produkte zu beziehen“, und zu guter Letzt „resource enrichment“. Womit der Wirtschaftswissenschaftler eine Mi-schung aus Marktanalyse und Kundenorientierung meinte. Oder wie Daniel Quartier, gemeinsam mit Vater Lothar Geschäftsführer von Metzgerei Quartier und CurryQ, es im Einspielfilm erklärte: „Wer bei uns gegessen hat, kauft irgendwann auch unser Fleisch. Oder umgekehrt“.

Tipps zur erfolgreichen Unternehmensgestaltung brauchten die Preisträger von Quartier, macle (Computertechnik aus dem „Niers-Valley“ bei Goch) und AQUAtec (Spezialist im Wasserstrahlzuschnitt) also nicht. Unterhaltsam fanden sie den Auftritt des Gastredners Berthold Gunster vermutlich dennoch. Der Niederländer erklärte das „Ja, aber“-Prinzip und machte als Unternehmenscoach deutlich, dass es „keine Probleme“ gibt, „sondern Tatsachen“. „Umdenken“ sei daher gefragt. – Vielleicht ja eine Empfehlung für kommende Unternehmerpreisträger.

Den Abend, der professionell und bekannt charmant-schnoddrig von Matthias Bongard (WDR2) moderiert wurde, hatten drei Artisten eröffnet. Marina Yakubova, jahrelanges Mitglied des russischen Staatszirkus, zeigte, mit welchen verschiedenen Körperteilen man Hula-Hoop-Reifen kreisen lassen kann.

Yvo Antoni und Hündin Primadonna, Gewinner des Supertalents 2009, gaben mit ihren Kunststücken Anschauungsunterricht für anwesende Haustierbesitzer. Es kann also gut sein, dass die Unternehmer in den kommenden Wochen den einen oder anderen Trick mit ihren Vierbeinern proben werden. Woher der Hunde-Quchen zur Belohnung kommt, dürfte klar sein.