Der Klever Wirtschafts-Oscar ging gestern Abend in der Stadthalle an Quartier aus Kleve, AQUAtec aus Emmerich und macle aus Goch. Diese drei Unternehmen haben sich mit ihrem jeweiligen Geschäftsmodell durchgesetzt.

KLEVE. Der Druck eines durchschnittlichen Autoreifens beträgt 2,3 Bar. Seine Fiets pumpt der Niederrheiner mit 3 bis 5 Bar auf – je nach Komfortbedarf. Das Unternehmen AQUAtec aus Emmerich hat sich darauf spezialisiert, Aluminium oder Edelstahl mit einem Wasserstrahl zu schneiden, der einen Druck von schwer vorstellbaren 4000 Bar ausübt. Der Komfort hier: das Material wird kalt bearbeitet, nicht etwa mit einem Laser, und so gibt es weder unerwünschte Verfärbungen des Objektes, noch eine strukturelle Materialveränderung. Eine aufwändige Nachbearbeitung ist also nicht notwendig – und der Kunde zufrieden.

Als Spezialist im Wasserstrahlschneiden arbeiten Firmengründer und Geschäftsführer Lucia Esposito und Martin Meenen mit den größten Schneideanlagen Europas und liefern in die ganze Welt. Das dreißigköpfige Team bietet das komplette Projektmanagement, von der Materialbeschaffung über die Anarbeitung bis zur Auslieferung auf der Baustelle an. Und gewinnt seine Kunden vor allem über Dritte wie zum Beispiel Architekten, die AQUAtec von Beginn an einplanen.

Als „Antiquitätenhändler für Computer“ hat sich macle aus Goch etabliert. Viele kennen es: der vor nicht allzu langer Zeit erworbene PC ist plötzlich nicht mehr in der Lage, in der gewohnten Geschwindigkeit mit der neuesten Software umzugehen. Denn die Halbwertszeit von Computerhardware gleicht der radioaktiver Elemente. Gestern top, morgen flop.

Ein Problem, das nicht nur Privatleute betrifft und so die Dienstleistung von macle gerade auch für Firmen interessant macht. Die Gocher deinstallieren ausrangierte Hardware, säubern die Festplatten und bieten anschließend die umgebauten und restaurierten Rechner wiederum als gebrauchte Ware an – so entste-
hen Angebote, die sich als besonders interessant für kleine und mittelständische Unternehmen herausgestellt haben. Mit vier Mitarbeitern starteten Andreas De Matteis und George Clevers 1999 das Unternehmen. Inzwischen ist Clevers verstorben und macle auf einen 40-Mann-Betrieb gewachsen. Gestern gab–™s den Unternehmerpreis.

Eine beinahe dreimal so große Belegschaft kann inzwischen jenes Metzger-Duo vorweisen, das längst nicht nur in Kleve buchstäblich in aller Munde ist: Lothar und Daniel Quartier. Vor mehr als 40 Jahren wurde der Familienbetrieb gegründet und heute gibt es wohl kaum einen Klever, der nicht schon einmal den Mittagstisch in einer der fünf CurryQ-Filialen probiert oder seine sommerliche Grillfackel in einer der vier Metzgereien erworben hat. Vom Klassiker, der quartierschen Currywurst, ganz zu schweigen.

Seit 2006 gesellen sich noch die Küche von Haus Riswick sowie seit kurzem erst auch das Catering für die Mensa der Hochschule Rhein-Waal zum breit gefächerten Betätigunsgfeld des geschäftstüchtigen Vater-Sohn-Gespanns hinzu. Die Unternehmerpreis-Jury befand: ein genialer Q.